Rundu - Katima Mulilo - Livingstone - Lusaka - Lake Kariba- Chipata - Lilongwe - Zomba - Cape Maclear
Den Abschied von Leevi empfanden wir gar nicht so recht als Abschied. Wir packten all unser Hab und Gut in Schachteln für die Nachfolger und unseren Reisekrempel ins Auto. Dann fuhren wir los - als wenn wir für ein Wochenende wegfahren würden. Dass wir am Schluss unserer Reise nochmals kurz in Leevi vorbei müssen, hat sicher stark dazu beigetragen, dass nicht das Gefühl von "etwas hinter uns lassen" aufkommen konnte.
Am 6. April verliessen wir Leevi, um nur gerade bis nach Rundu zu kommen. Wir feierten mit den anderen Interteamlern Abschied und Silvias Geburtstag und fuhren tags darauf 200 km bis an die Popa-Fälle (dort dreht der Okavango von Osten nach Süden ab, um Richtung Binnendelta zu fliessen). Auf dem schönsten Zeltplatz auf Erden, direkt an den Fällen (die sind ihrem Namen entsprechend nur popelig), leuchtete uns zum Auftakt unserer Reise der Vollmond und die Grillen und Nilpferde spielten uns zum Konzert auf. Den Rahmen komplett machte Friedwart mit einem wunderbaren Kudufilet vom Grill.
Durch den Caprivi Strip - etwas Langweiligeres als den Strip gibt es in Afrika wohl kaum (stundenlang Busch, Busch, Busch...) -fuhren wir nach Katima Mulilo, wo wir bei Barbara und Addie, die gerade einen vierjährigen Einsatz auch im Erziehungswesen abschliessen, einen angeregten Abend bei (schrecklicher!) englischer Kost verbrachten.
Kaum waren wir in Sambia so recht über die Grenze, hatten wir bereits den ersten ernsthaft blöden Zwischenfall: Auf einer Schotterstrasse sprang uns von einem entgegenkommenden Auto ein faustgrosser Stein in die Fahrerseitenscheibe. Peng! Und in tausend Stücklein bröckelte sie Friedwart in den Schoss... Saublöd!
Für drei Tage waren wir nun ohne Seitenscheibe unterwegs. Von Wetter wegen kein Problem, von wegen Wertsachen im Wagen schon dümmer. Fensterlos wie wir waren, entschlossen wir uns trotzdem, in jenes Dorf zu fahren, in dem Friedwart vor vier Jahren ein Praktikum gemacht und Silvia ihn besucht hatte. Wir hofften Winnie und ihr Gehöft wieder zu finden, was uns durch glückliche Fügung gelang. Wunderbar!
Ähnlich wie die Leute im Kavango, lebt Winnie mit ihren zwei Kindern, ihrem Bruder mit Frau und ebenfalls zwei Kindern und einer älteren Tante sowie zwei weiteren Familienangehörigen zwischen Maisfeldern in einem Strohhüttengehöft. Ihr kleines Anwesen ist zu dieser Jahreszeit gut versteckt, denn die Mais- und Hirsefelder stehen kurz vor der Reife mannshoch. Nur ein Fussweglein führt von der Strasse weg zu Winnies Homestead - wir wagten es trotzdem per Auto, konnten wir es ja nicht gut fensterlos vorne an der Strasse stehen lassen.
Das Wiedersehen war schön und herzlich und wir blieben gleich für zwei Tage! Es war gemütlich und auch spannend, das Leben während mehr als 24 Stunden in solch einem Hof mitzuerleben. Alles drehte sich weitgehend ums Feuer, um die aufwändige Zubereitung von Essen - und natürlich ums Essen selber!
Nach zwei Nächten haben wir Winnie und ihre Angehörigen wieder verlassen und auf dem Weg in die Hauptstadt noch Chrispin kurz getroffen, mit dem Friedwart 2005 intensiv zusammen gearbeitet hatte . Chrispin vermittelte uns einen Kontakt in Lusaka für den günstigen Ersatz der Fensterscheibe.
Lusaka ist Sambias unattraktiver, seit 1905 in Kürze zur Millionenstadt gewachsener, umtriebiger Hauptort, der uns eigentlich gar nicht zum Verweilen einlud. Sobald die Fensterscheibe wieder fit war, fuhren wir an den Lake Kariba. Der Zambezi wurde hier bereits in den 1950iger Jahren zum damals weltweit grössten Stausee aufgestaut und liefert noch heut einen Grossteil von Sambias und Zimbabwes elektrischer Energie. Direkt am See verbrachten wir zwei wunderschöne Tage und lauschten abends dem Schlafgesang der Flusspferde.
Als wir zurück in Lusaka unsere Visas für Tansania und Malawi bekommen hatten, reisen wir weiter Richtung Westen ins Luangwa Valley, eine Fahrt durch abwechslungsreiche, bewaldete, hügelige Landschaften. Die kürzeste Zufahrt vom Ort Petauke zum South Luangwa National Park blieb uns verwehrt, da die Piste nach der Regenzeit immer noch in zu schlechtem Zustand. Über Chipata, das schon fast an der Grenze zu Malawi liegt, erreichten wir den Park dann aber doch noch und genossen seine abwechslungsreiche Landschaften und seine Tiervielfalt sehr. Nachts zogen durch unser Camp direkt an der Parkgrenze grasende Flusspferd und Elefantengruppen. Der nächtliche Toilettenbesuch wurde so auch noch zum Abenteuer, insbesondere da wir wussten, dass erst wenige Tage zuvor ein Leopard auf dem Gelände gesichtet worden war.
Auffällig war, dass die Elefanten viel kleiner als in Namibia und Botswana und oft ohne Stosszähne waren. Gewisse Leute behaupten, das sei auf die beinahe Ausrottung durch Wilderer bis Anfang der 90iger Jahre zurück zu führen. Nachts auf dem weideten Elefanten und Flusspferde und kamen bis auf wenige Meter ans Zelt heran kamen. Insbesondere bei den Elefanten hofften wir inbrünstig, Miro, der im Auto schlafen musste, möge ruhig bleiben. Er tat uns den Gefallen :-)
Unser 4x4 Abenteuer im South Luangwa NP lief gottseidank glimpflich ab. Wir blieben etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang in einem feuchten Bachbett an einer ganz und gar einsamen Stelle stecken, konnten das Auto aber mit Schaufeln und Holz unterlegen selbst wieder flott bekommen, so dass wir die Nacht nicht zwischen Löwen und Elefanten verbringen mussten.
In Malawi bekamen wir bisher den Eindruck, dass es den Menschen nicht schlecht geht. Sie sind sehr geschäftig, Unseren ersten längeren Aufenthalt machten wir im Süden des Landes auf dem Zomba Plateau, einem sehr wasserreichen Bergplateau auf ca.1800 m. Regenwald wechselt sich ab mit vielen importierten Nadelbäumen, eine eigenartig anmutende Mischung. In einem Kiefernwald fanden wir dann gar Sommersteinpilze und kehrten mit einem halben Dutzend wunderprächtigen, überhaupt nicht verwurmten Exemplare auf die Waldlichtung zurück, wo wir unser Zelt aufgeschlagen hatten. Mh, das gab einen feinen Znacht! Anlässlich unserer Wanderungen stellten wir fest, wie schrecklich unfit wir in den drei Jahren in Namibia geworden sind :-(
Nach Bergen und Wandern zog es uns an den See. Der Lake Malawi, der frühere Nyasa See, ist eine Vertiefung im ostafrikanischen Grabenbruch. Hier sitzen wir nun im Schatten von Mangobäumen und erholen uns von einer Durchfall Erkrankung, die wir uns beide unter ungeklärten Umständen zugezogen haben. Doch das wird schon wieder werden. Wenigstens können wir aufgrund der Tatsache, dass wir beide betroffen sind, praktisch ausschliessen, dass es sich um Malaria handelt. Malaria ist in dieser Gegend ein Thema!
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Sonnenaufgang über den Popa Falls
Ochsenkarren, ein oft verwendtetes Transportmittel
Kinder des Nyangja Stammes, Zomba Tonga Frau, Mbeza, Zambia
South Luangwa National Park, Zambia
Paviane, South Luangwa NP, Zambia
Affenkind vergnügt sich, South Luangwa NP
Gelbschnabelstorch, South Luangwa NP
Flusspferd, South Luangwa NP
Williams Falls, Zomba Plateau, Süd Malawi
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