Rundu - Windhoek - Cape Town - Drakensberge - Lesotho - Botswana - Rundu
Anfang Dezember 08 fuhren wir in Rundu los mit dem ersten grossen Etappenziel Kapstadt.
Alison, eine englische "Entwicklunszusammenarbeiterin" - was für ein Unwort der politischen Korrektheit zuliebe - begleitete uns. Da sie von Namibia noch nicht viel gesehen hatte, machten wir auf unserem Weg in den Süden an verschiedenen Touristenattraktionen Halt. Von Windhoek aus reisten wir über Sossusvlei - mit den roten Sanddünen - , genossen Ausblicke in den Fishriver Canyon, das weltweit nach dem Grand Canyon zweittiefste Flusstal, erfreuten uns an der erquickenden Wirkung des Wassers des Oranje Rivers, der die Grenze zwischen Namibia und Südafrika bildet, besuchten den Namaqua Nationalpark in der Western Cape Provinz und entdeckten deren riesigen Weingüter.
Alison besuchte in Cape Town ihren Sohn, wir durften bei einer ehemaligen Englischlehrerin von Friedwart wohnen und erlebten die Schrecken und Strapazen des Cambridge Proficiency Exams.
Daneben unternahmen wir kleinere Ausflüge in der Umgebung Cape Towns und waren einmal mehr begeistert von der Schönheit dieser Stadt.
Nach 10 Tagen nahmen wir Abschied und durchfuhren landschaftlich wunderbare Gebiete Südafrikas in nordöstlicher Richtung. Die kleine Karoo, ein von Osten nach Westen verlaufendes Tal, mit sehr trockenem Klima und entsprechender Vegetation, faszinierte uns schon zum zweiten Mal. Wir erlebten wie das Vorkommen von Wasser die Wüste in ein eigentliches Paradies verwandeln kann. Nach einem Besuch bei Bekannten von 2006 durchfuhren wir dann die knapp 200 km lange "Baviaanskloof". Ein sehr unzugängliches, bergiges Naturschutzgebiet, von unglaublicher Schönheit. Man taucht manchmal tief in eine Schlucht ab, um dann wieder über 1000 Höhenmeter hinaufzuklettern. Dabei eröffnen sich immer wieder neue wunderbare Ausblicke mit unglaublichem Farbenspiel und Perspektiven.
Ungeplant kamen wir dann durch die ehemalige Transkei, ein 'Homeland' zu Apartheidszeiten. Wir merkten zuerst, dass die hügelige Landschaft immer dichter besiedelt wurde. Es erinnerte irgendwie ans Appenzellerland mit Siedlungen auf jedem Hügel. Die Siedlungen wirkten überall, wie die in SA sonst üblichen Vororte von Städten. Die Regierung hat hier in einer Gewaltsanstrengung farbige Mini-Häuschen neben die Elendsviertel gebaut
Es fehlten in der Transkei nur die sonst üblichen - von Weissen für Weisse - errichteten Stadtzentren sowie auch die grossen Farmen, die sonst zwischen den Orten liegen. In den grösseren Ortschaften fiel auf, dass das geschäftige Treiben sehr viel schwarzafrikanischer wirkte, als in anderen Siedlungen, in denen Weisse leben. Das Grasland war oft durch riesige braune Furchen durchzogen - Bodenerosion infolge Überweidung. Zudem fehlte jeglicher Baumbewuchs. Wir fragten uns immer wieder, ob die Bäume wohl einfach dem Energiebedarf der dicht gedrängt lebenden Menschen zum Opfer gefallen seien, oder ob die Gegend nie bewaldet war, was aber eher unwahrscheinlich ist, da wir uns auf Höhen um die 1000 müM bewegten und genügend Wasser vorhanden zu sein schien.
Die Drakensberge beeindruckten uns anschliessend mit ihrer majestätischen Schönheit. Wir erreichten das Königreich Lesotho über den Sanipass, Südafrikas höchsten Strassenpass (rund 2800 müM), der nur mit einem 4X4 Fahrzeug zu erklimmen ist. Lesotho selbst war dann atemberaubend schön von Anfang bis Schluss! Nach der Grenze klettert die Strasse bis auf eine Höhe von ca. 3200 müM. Dort oben wächst immer noch Gras, es hat weidendes Vieh und in Wolldecken geschlungene Einheimische, Basothos genannt.
Ein fünftägiges Ponytrecking führte uns durch Bergtäler, über unzählige Bergbäche zum höchsten Punkt Afrikas, südlich des Kilimanjaros und wieder hinab in die höchsten ganzjährig bewohnten Siedlungen, die immer noch auf einer Höhe von etwa 2800 müM liegen. Wir übernachteten bei Schäfern im Stall (einer Rundhütte) oder in Döfern auf dem Boden eines Zimmers oder Küchenhauses. Unserem Packesel sei Dank, konnten wir Mätteli, Schlafsäcke und Proviant für fünf Reisetage mitnehmen. Die Basothos erstaunten uns durch ihren Fleiss, ihre Ästhetik in den Siedlungen, ihre herzliche und offene Freundlichkeit oder Gastfreundschaft und wir merkten einmal mehr, dass es riesige Unterschiede zwischen den einzelnen Stämmen des südlichen Afrikas gibt. Faktoren, die zu dieser Andersartigkeit beitragen, können wir nur erahnen. Es sind sicher klimatische Bedingungen, das Vorhandensein von Wasser und die Bodenbeschaffenheit, ob die Leute vor hunderten von Jahren als Jäger und Sammler oder als Ackerbauern lebten, der Einfluss der Weissen, und vieles Anderes mehr welche das heutige Erscheinungsbild prägen. Wir überlassen dieses Feld den Ethnologen und freuen uns einfach an dieser so ganz andersartigen Erfahrung, die wir machen durften.
Nach neun Tagen in Lesotho mussten wir leider bereits den Heimweg antreten. Unter dem Motto "Kopf runter und durch" durchfuhren wir die flache, eintönige Kalahari Botswanas und sind zum Ferien-Ende wohlbehalten ein letzte Mal in unser temporäres Daheim in Leevi zurückgekehrt, um das letzte Teil-Trimester unseres Einsatzes in Angriff zu nehmen.
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      Bilder von oben nach unten: Sossusvlei, Camps Bay bei Cape Town, Basothos in Lesotho und zum Eggen wird in der Not ein Baum mit Ochsen übers Feld gezogen. |